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Dienstag, 3. Mai 2016

Zurück nach langer Pause

Ich habe seit Ende 2014 nichts mehr in diesem Blog geschrieben, was daran lag, dass ich im gesamten Jahr 2015 nicht mehr gehandelt habe. Mein letzter Trade Ende 2014 lief gut, ich habe bei Deutsche Annington (heißt inzwischen Vonovia) einen glatten Tausender gemacht, und das nur über einige Wochen.

Danach verkaufte ich diese Position. Ich legte eine Pause ein, da meine Frau BAFÖG-Bezieherin war und ich im Falle von Gewinnen alles hätte wegrechnen lassen müssen. Im Gegenzug hätte ich mit leeren Händen dagestanden, wenn ich Verluste eingefahren hätte, denn dann ist es eben persönliches Pech. Also eine Lose-Lose-Situation, in der man lieber auf die sichere Förderung setzen sollte.

Inzwischen habe ich mich wieder dem Aktienhandel zugewandt. Meine Strategie von damals bleibt bestehen: Ich will auf Nachrichten blitzschnell reagieren und schnelle Prozente machen. Was mir dabei helfen soll, ist ein Tablet und einige Apps, mit denen ich auch auf dem Weg zur Arbeit aktiv sein kann. Genau das war zuvor immer ein Problem gewesen, denn meine Strategie verlangt leider, dass man um 8:00 Uhr am Computer sitzt.

Was ebenfalls neu ist, sind neue Zertifikate auf dem Markt. Früher war ein 5-Fach-Zertifikat von der Commerzbank das Maß aller Dinge, wenn man auf Aktien mit Hebel-Faktor setzen wollte. Inzwischen gibt es bei einigen Aktien aber schon 8-Fach-Zertifikate. Das ist praktisch, denn einerseits hat man einen festen, verlässlichen Hebel, und andererseits bedeutet das, dass man noch mehr für wenig Marktbewegung bekommt.

Und das wiederum hat zwei Vorteile: Reagiert der Basiswert stark, hat man viele Prozente gewonnen. Beispielsweise geht eine Aktie um 5 Prozent hoch, so folgt ein 8-Fach-Zertifikat mit 40 Prozent im Optimalfall. Andersherum: Wenn die Wirkung einer Börsennachricht nicht so toll war (nur 0,5 Prozent Änderung auf den Basiswert), steigt das Zertifikat dennoch um 4 Prozent. Dadurch hat man den Spread und die Ordergebühren wieder drin.

Wichtig bei der Nachrichtenstrategie sind aber weiterhin einige Dinge:


  • Korrekte Auswahl und Interpretation (!) von Börsennachrichten
  • Gutes Timing
  • Eindeutige Marktrichtung (Long/Short) und starker Ausschlag in diese Richtung


Ich denke darüber nach, meine Erkenntnisse und mein Wissen in einem E-Book zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit werde ich versuchen, ein paar gute Deals zu landen.

Montag, 1. Dezember 2014

Deutsche Annington: Beginn Eines Imperiums!

Die Deutsche Annington hat heute ein Übernahmeangebot an die Gagfah Group vorgelegt. Damit möchte der größte deutsche Vermieterkonzern den drittgrößten übernehmen und zu einem Miet-Giganten werden!

Die Aktie der Gagfah ist gleich mal in die Höhe gesprungen. Typische Reaktion bei einem Übernahmeangebot. Knapp unter 18 Euro, dem vorgelegten Übernahmepreis pro Aktie, hat sich das Gagfah-Wertpapier eingependelt. Gleichzeitig hat die Deutsche Annington Prozente eingebüßt. Der Grund: Die Übernahme kostet viel Geld. Hat nichts mit fehlender Zustimmung bei den Aktionären zu tun.

Jetzt stellen sich zwei Fragen: Soll ich Deutsche Annington kaufen? Oder soll ich Gagfah kaufen?

Hier einige Überlegungen dazu:

Bezüglich Gagfah: Theoretisch könnte sich ein Kauf lohnen, denn noch ist die Aktie für unter 18 Euro zu haben, und man würde ja dann profitieren, weil man sie für 18 Euro wieder los wird. Gleichzeitig ist man automatisch Anteilseigner der neu entstandenen Gesellschaft, wenn es soweit ist und man die Aktie noch behalten will. Jedoch Vorsicht: Kommt der Deal zwischen den beiden Wohn-Giganten nicht zustande, dann sackt die Gagfah-Aktie wieder auf ihr Ursprungsniveau herab.

Bezüglich Deutsche Annington: Der Kurs ist inzwischen um minus 3,5 Prozent gefallen. Warum, fragt man sich dabei. Der Grund ist der hohe Kaufpreis. Allerdings sehe ich für die Deutsche Annington nur Vorteile: Entweder, man kauft jetzt zu einem günstigen Preis ein Unternehmen, was nach Unternehmensangaben zum zweitgrößten Börsenunternehmen Europas (!) werden könnte... oder der Deal scheitert, wodurch die Aktie ja wieder steigen müsste, weil die Übernahmekosten wegfallen. Also entweder entsteht langfristig gesehen das größte Mietunternehmen Deutschlands und kassiert auf Jahre stabiles Einkommen, oder man kann einen schnellen Kursgewinn erreichen, wenn der Deal platzt.

Aus meiner Sicht lohnt sich der Kauf von Aktien der Deutschen Annington momentan sehr. Die Deutsche Annington war schon vor einigen Monaten ein toller Kandidat als zukünftige Dividendenaktie, deswegen griff ich zu und bin stolzer Besitzer dieser Aktien.

Ich meine, stellen wir uns doch folgendes vor: Wir haben es mit einem konjunturunabhängigen Unternehmen zu tun, von dem extrem viele Bürger in Deutschland abhängig sind... es geht nun mal um die Miete. Das ist ein sehr sicherer Hafen. Zusätzlich zahlen Wohngesellschaften gerne Dividende. Das liegt in der Natur dieser Unternehmen.

Die Deutsche Annington ist noch relativ neu an der Börse, aber ich habe mir immer gewünscht, dass es eben den einen Quasi-Monopolisten auf dem Wohnmarkt geben würde. So wie die Deutsche Post beim Briefverkehr, oder die Deutsche Bahn im Eisenbahngewerbe. Wie es aussieht, könnte der Wunsch wahr werden. Ist zwar nicht unbedingt gut für die Mieter, aber für Aktionäre sind die anstehenden Synergieeffekte eine tolle Sache!

Sonntag, 10. November 2013

Energie-Manager (1993) von Rauser

Das Spiel "Energie-Manager" von der Firma Rauser feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Ich habe herausgefunden, dass es zwar einige Rezensionen zu dem Spiel gibt, aber kein FAQ, Walkthrough oder in sonstiger Weise ein angemessenes, umfassendes Tutorial zu dem Spiel.

Ich finde, dass dieser Klassiker, der unter anderem auf dem Amiga zu spielen war, es verdient hat, ganz genau unter die  Lupe genommen zu werden. Ich möchte dabei auch einige Tricks und Geheimnisse offenbaren, die vielleicht sogar die Nostalgiker überraschen könnten.

Für alle, die das Spiel interessant finden oder es nach 20 Jahren erneut spielen möchten, die gute Nachricht: Es ist auch im Internetzeitalter zu bekommen, sogar ganz legal. Ein Video zu dem Spiel gibt es übrigens hier: Youtube - Energie-Manager

Folgende Punkte handele ich nun ab:


  • Vorgeschichte
  • Genereller Ablauf
  • Spielmechanik, Besonderheiten, taktische Elemente
  • Bewertung des Spiels
  • Wie und wo spielbar?


Vorgeschichte


Deutschland in den frühen Neunzigern - hier startet das Spiel "Energie-Manager". 


Das Spiel stammt aus dem Jahr 1993. Es wurde in Reutlingen vom damals gerade einmal 20-jährigen Thorsten Rauser programmiert, der bereits als Teenager Spiele hergestellt und deswegen auch Geschäftsleute im Kinderzimmer zu Besuch hatte. Energie-Manager ist eines der ersten Spiele unter dem Banner der nach ihm benannten Firma. Ebenfalls seine Finger im Spiel hatte das Bundesministerium für Wirtschaft, welches die Wirtschaftssimulation als Plattform für eine Umweltkampagne nutzte.


Entsprechend startet das Computerspiel auch am 1. Januar 1993, zu einer Zeit, als Deutschland sehr im Umbruch war. Die Wiedervereinigung spürte man noch, gleichzeitig gab es Übergriffe von Skinheads auf Heime von Asylbewerbern in verschiedenen Städten (offenbar hat sich der Programmierer davon auch inspirieren lassen, doch dazu später mehr), und wir hatten noch die deutsche Mark.


Genereller Ablauf


Es gibt unterschiedlich große Grundstücke zu kaufen, die zwischen einem und fünf Feldern groß sind. Die Restaurants sind zwischen einem und vier Feldern groß, und freier Platz kann z.B. für Parkplätze genutzt werden.


Das Ziel des Spieles ist es, eine Restaurantkette aufzubauen, dies jedoch mit einem großen Augenmerk auf das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Man muss energiesparendes Mobiliar kaufen, denn zum einen kann man dadurch schon Geld sparen, indem beispielsweise die Strom- und Heizkostenabrechnung niedrig gehalten wird, zum anderen schafft man auf diese Art den Spagat zwischen wirtschaftlichem Erfolg und dem ersehnten Ziel, Energiesparpreise zu gewinnen. Diese Preise werden in jeder Stadt einmal pro Jahr vergeben, und es gewinnt der Spieler, der in der jeweiligen Stadt das beste Restaurant in punkto Umweltfreundlichkeit hat.

Wer 20 Preise abgestaubt hat, dies jedoch in mindestens 5 verschiedenen Städten, der hat das Spiel gewonnen. Verfügbar sind neun der größten und bekannten Städte. Naja, mehr oder weniger. Stuttgart wurde durch Reutlingen ersetzt, ein kleiner Fingerzeig des schwäbischen Entwicklerteams.

Der Ablauf sieht so aus: Vier Spieler treten gegeneinander an, wobei der Computer, der nicht allzu schwer zu schlagen ist, jeden der Plätze einnimmt, die nicht von menschlichen Spielern gespielt werden.

Dann geht es reihum. Jeder Spieler hat immer ein Quartal, also 3 Monate, Zeit, geschäftliche Angelegenheiten zu klären, wobei jeder Besuch bei Bank, Architekt oder Bahnhof etwas Zeit in Anspruch nimmt.

In den meisten Fällen kauft man sich zunächst ein Grundstück, beauftragt den Architekten mit dem Bau, engagiert beim Arbeitsamt (heute: Agentur für Arbeit) das Personal, bestellt sich die Inneneinrichtung des Restaurants und kauft sich ein Fahrzeug für Essensbestellungen. Wenn noch Zeit übrig ist, kann man noch bei der Bank Aktien kaufen, bei einer Werbeagentur sein Image aufpolieren oder per Bahnhof schon zur nächsten Stadt fahren, um für die nächste Runde bereit zu sein. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass alles so dermaßen glatt läuft, vor allem deshalb, weil der Arbeitsmarkt nicht immer alle notwendigen Mitarbeiter innerhalb einer Runde bereithält. Und alle oben genannten Dinge schafft man definitiv nicht auf einmal.


Nicht erst bei der Einrichtung des Mobiliars, sondern bereits bei der Bauzeichnung können wertvolle Energiesparmaßnahmen eingeplant werden. Jedoch ist dies mit Kosten verbunden, die gerade zu Beginn schmerzen können.


Spielmechanik, Besonderheiten, Taktik und Strategie


Besonders spannend: Man kann nicht immer anhand von nackten Zahlen erkennen, was umweltfreundlich ist. Ein Gespür für gute Produkte ist gefragt.


Gerade deswegen, weil man nicht alle Behördengänge in einem Quartal schafft, sollte man sich die einzelnen Arbeitsschritte gut überlegen. Man sollte, wenn möglich, vermeiden, ein fertiges Gebäude komplett leer stehen zu lassen, da dies Grundsteuern und Heizkosten verursacht. Deshalb sollte man möglichst immer alles "in einem Rutsch" erledigen, was auch bedeutet, dass man nicht mitten im Quartal ein neues Grundstück kaufen sollte.

Wer darüber nachdenkt, ein neues Restaurant zu bauen, sollte möglichst als allererstes (oder im Notfall als zweites, z.B.  nach der Bahnfahrt in eine neue Stadt) sofort das Grundstück kaufen und sich dann weiter durcharbeiten. Mein Tipp: Die Inneneinrichtung möglichst spät kaufen, da deren Anschaffung viele Tage andauern kann. Wer das Arbeitsamt und das Fahrzeuggeschäft zuerst aufsucht, kann dann bei der Inneneinrichtung sich schön viel Zeit lassen, denn die Runde endet nicht, wenn man sich gerade in einem Geschäft befindet, auch wenn man das Quartal schon überzogen hat.

Ein weiterer Tipp: Genau aufs Geld achten! Besonders der erste Spielzug kann hier entscheidend sein. Manchmal läuft es sehr gut, wenn man ein kleines Restaurant baut und übrig gebliebenes Geld ins Marketing steckt. Andere Spieler haben aber mehr Glück damit, in größeren Dimensionen loszustarten, vor allem, wenn dann mehr Besucher und mehr Geld für spätere Investitionen möglich sind.

Ob man's glaubt oder nicht: Es ist sogar möglich, gleich zu Beginn das größte Restaurant inklusive Parkplatz zu bauen! Aber diese taktische Spielerei verlangt etwas Geschick, doch darauf gehe ich nachher noch ein.

Im Folgenden nun einige strategische Elemente des Spiels, die auch erfahrenen Spielern wie mir lange verborgen geblieben sind.

Die Wahl der Restaurant-Kette




Kellner und Köche gibt es in Fast-Food-Restaurants nicht.


In vielen Rezensionen zu "Energie-Manager" wird beschrieben, dass die Wahl des Restaurant-Themas, also ob man Asiatisch, Deutsch, Italienisch, Französisch oder Fast Food sein möchte, keine Rolle spielt. Das stimmt jedoch so nicht. Zwar sind die unterschiedlichen Möglichkeiten ziemlich ausgeglichen, jedoch kann es aus taktischer Sicht sehr interessant sein, bewusst zu wählen.

Die Restaurants unterscheiden sich hauptsächlich in zwei Punkten: Personalbedarf und Einrichtung.

Nehmen wir als Beispiel das Fast-Food-Restaurant. Hier hat die Firma Rauser logisch nachgedacht und die Fast-Food-Ketten Firmen wie McDonald's und Burger King nachempfunden. Wer schon einmal dort war, der weiß, dass man dort nicht von Kellnern im Smoking begrüßt wird, und dass auch kein Koch mit weißer Mütze zu finden ist. Entsprechend werden dort keine Köche oder Kellner engagiert. Die am häufigsten anzutreffende Gattung von Mitarbeitern sind die Gehilfen. Wer sich für eine Fast-Food-Kette entscheidet, muss also wissen, dass er mindestens 3, manchmal aber auch 8 Gehilfen ankarren soll. Da aber immer nur sechs Stellenangebote pro Quartal auf dem örtlichen Arbeitsmarkt auftauchen, ist die Chance, dass dort sehr viele Gehilfen sind, sehr klein.

Andererseits bietet das Fast-Food-Gewerbe dafür den Vorteil, dass es viele Sitzplätze für Kunden bietet. Ein sehr kleines Restaurant (1 Feld) kann 10 Tische beherbergen. Die meisten anderen Restaurants müssen da mit 5 Tischen leben. Auch hier herrscht wieder ein gewisser Realismus vor: Man hat ja bei McDonald's weder den Luxus, noch die Privatsphäre, um viel Platz zu haben. Da sind nun mal viele Leute auf relativ engem Raum.

Das Ganze kann man dann natürlich auch auf größere Dimensionen ausweiten. Während das kleinste Fast-Food-Restaurant schon 10 Tische aufnimmt, ist das größte Restaurant dieser Art in der Lage, 50 Sitzplätze zu bieten. Im Gegensatz dazu ist bei einem asiatischen Restaurant schon nach 22 Plätzen Schluss. Das muss jedoch nicht unbedingt schlimm sein, denn vielleicht zahlen die Kunden dort mehr, wer weiß.

Warum ist das jetzt aber so wichtig, wie die Einrichtung aussieht? Beim Personal wissen wir es ja schon: Man weiß, dass man entweder viele verschiedene Mitarbeiter engagieren kann (dann nimmt man halt einen Kellner, wenn er schon da ist, weil man ihn braucht), oder dass man sehr beschränkt handeln kann.

Bei der Einrichtung gibt es einen interessanten Faktor, der sogar mit dem Sieg zu tun haben kann. Ich nehme hier ein Beispiel aus der Praxis. Ich spielte gegen meine Frau, ich hatte ein italienisches Restaurant, sie ein asiatisches. Zu den Besonderheiten bei der Einrichtung gehörte, dass meine Restaurants bei gleicher Größe nur einen Kühlschrank benötigten, ihre Restaurants allerdings drei (anscheinend müssen die exotischen Speisen aus Fernost besonders gekühlt werden). Obwohl meine Frau und ich unsere Restaurants exakt gleich aufbauten, hatte sie mehr Energiepunkte (die Maßeinheit, um festzustellen, welches Restaurant den Energiesparpreis gewinnt).

Relativ schnell war der Grund gefunden: Unsere Einrichtung war nicht in jeder Hinsicht optimal, was daran liegt, dass man nicht immer erkennen kann, welcher Lampe oder welche Küche am energiesparendsten ist. Jedoch schienen die Kühlschränke auf jeden Fall eine gute Wahl zu sein. Da jedoch meine Frau drei davon hatte und ich nur einen, wirkten sich die drei Kühlschränke bei meiner Frau prozentual stärker aus als bei mir. Meine Frau hatte also insgesamt mehr gute Gegenstände, während ich prozentual von den nicht so tollen Gegenständen mehr hatte.

Wer den Amiga-Klassiker also nicht in- und auswendig kennt, der kann schon wegen solcher Kleinigkeiten verlieren. Natürlich kann man auch im Internet nachlesen, welche Gegenstände die besten sind, aber ich finde, dadurch zerstört man sich den Spielspaß.


Kreditlimit



Das Kreditlimit sollte man nicht als Option unterschätzen. Viele Spieler sind zu vorsichtig und haben Angst, Schulden zu machen. Jedoch hat man schon relativ früh die Möglichkeit, bis zu eine halbe Millionen D-Mark oder sogar mehr an Schulden zu machen. Da ein gut geführtes Restaurant allerdings schon kurz nach dem Bau Geld machen kann, sollte man lieber zu früh als zu spät bauen.

Wer natürlich sein Kreditlimit ausnutzt, der steht im Minus, und zahlt dadurch Zinsen. Man muss also abwägen, was richtig ist. Es lohnt sich aber generell, ein Restaurant zu Ende zu bauen, statt mittendrin abzubrechen, wenn man merkt, dass man bei Energie-Manager zu viel Geld ausgibt.

Jedoch Vorsicht: Obwohl das Programm Investitionen außerhalb des Kreditlimits untersagt, kann es fatale Folgen haben, mitten im Bau eines Restaurants ohne Mittel dazustehen. Wenn dann wegen fehlgeschlagener Eröffnung keine Besucher kommen, geht das Konto bei der Quartalsbilanz über den Kreditrahmen, und das Spiel ist für den Spieler gelaufen - Game Over!


Aktien - oft verachtet, oft unterschätzt




Es lohnt sich, Aktien zu kaufen - diese haben im Spiel eine Wirkung wie ein Supersparkonto mit riesigen Zinsen


Ich habe bereits in Rezensionen gelesen, dass Spiel sei nicht tief genug und der Gang zur Bank würde sich nicht lohnen, da man sowieso so schnell wie möglich von einer Stadt zur nächsten rast, um Restaurants zu bauen. Auf den ersten Blick mag das stimmen, da man ja versuchen sollte, in jeder Stadt um den jeweiligen Energiesparpreis zu kämpfen. Allerdings kann man mit Aktien auch taktisch klug spielen.

Zunächst einmal das Grundsätzliche: Zu Beginn des Spiels besitzt jeder Spieler 80 Prozent seiner eigenen Aktien, und 20 Prozent jedes Spielers sind zum Preis von 15.000 D-Mark auf dem Markt erhältlich.

Es gibt jetzt verschiedene taktische Spielchen, die man hier spielen kann. Es sei vorher gesagt, dass man, wenn man sich nicht gerade verklickt, durchaus die Möglichkeit hat, im ersten Quartal des Spiels sowohl ein Restaurant zu bauen, als auch zur Börse zu gehen. Beides geht also.

Was man tun kann, ist zum Beispiel, bis zu 20 Prozent eines Spielers zu kaufen. Das hat mehrere Vorteile:

  • Man sichert sich das Recht auf Dividenden, also auf eine Gewinnbeteiligung.
  • Der Wert der Aktien wird mit hoher Sicherheit nach oben gehen - je weiter das Spiel fortschreitet, desto besser.
  • Man hat dadurch immer Geld auf der hohen Kante für Zeiten, wenn man investieren muss
  • Mann kann auch die eigenen Aktien zu einem günstigen Zeitpunkt kaufen (zum Beispiel, nachdem man viel Geld ausgegeben hat und die Aktien im Keller sind).
  • Man kann eine Übernahme einleiten (wenn ein Spieler unvorsichtig war).

Außerdem kann man mit dem sofortigen Verkauf von Aktien bei Spielbeginn einen Raketenstart hinlegen, doch dazu später mehr.


Übernahme - passiert Computern irgendwie nie




Wer sich verzockt, wird geschluckt - das gilt aber nur für menschliche Spieler. Computer verkaufen nie den Großteil ihrer eigenen Aktien.


Mir ist es als Kind schon mal passiert, danach nie wieder: Wenn man weniger als 50 Prozent seiner Aktien besitzt, besteht die Chance, dass einer der anderen Spieler zum Mehrheitseigner wird. Dieser andere Spieler muss allerdings dann auch tatsächlich 51 Prozent der Aktien auf sich vereinen.

Computergesteuerte Spieler lassen sich auf solche Risiken nie ein und behalten in der Regel immer circa 52 Prozent. Man erkennt daran aber auch, dass sie sich gerne durch Aktienverkäufe Geld besorgen. Generell sind die Computer ansonsten sehr lustlos auf dem Aktienmarkt unterwegs und konzentrieren sich lieber auf die Restaurants. Menschliche Spieler können aber untereinander schon ganz schön Schwung in die Sache bringen. Wer früh die richtigen Aktien kauft (besonders die des stärkeren Computers), kann später gewinnbringend verkaufen. Aber Achtung: Hin und wieder ist einer der Computer-Gegner auch eine totale Niete und macht viele Verluste. Die Computer lieben es auch, Gebäude zu kaufen und zu bebauen, ohne dass hier im selben Quartal schon Kundenverkehr möglich ist. Auf diese Weise bringen sie sich selbst um Einnahmen und verringern ihren Wert.


Wie man gleich einen Turbostart hinlegt



Wer von Beginn an das größte Gebäude bauen will, und das sogar mit Parkplatz (das bedeutet: ein "Fünfer-Feld"), der kann dies tun. Zu Beginn hat jeder Spieler 1.500.000 D-Mark zur Hand.

Die Aktien sind logischerweise 15.000 Euro pro Prozent wert (100 Prozent der Aktien ergeben das Gesamtkapital). Der Spieler kann sich von bis zu 80 Prozent seiner Aktien trennen, da er ja nicht mehr besitzt. Dadurch lassen sich mindestens 1.200.000 D-Mark machen.

Wer die Originalversion spielt, kann noch eine weitere Spielmechanik ausnutzen: Die Aktien werden nach jedem Kauf oder Verkauf angepasst. Wer also zunächst nur einen Teil seiner Aktien verkauft, der hat dadurch mehr Geld, was wiederum den Wert seiner übrigen Aktien erhöht. Er kann dann die restlichen Aktien teurer verkaufen. Das kostet zwar etwas Zeit durch den erneuten Gang zur Bank, kann sich aber lohnen.

Genau das ist auch der Grund, warum man immer zuerst fremde Aktien verkaufen sollte, wenn man die Chance hat. Durch das zusätzliche Bargeld sind dann eigenen Aktien mehr Wert. Umgekehrt sollte man, wenn man Aktien kaufen will, tendenziell zuerst die fremden Aktien kaufen, und dann die eigenen, sofern sich die Möglichkeit ergibt und klug erscheint.

Wie gesagt, diese Strategie kann man nur anwenden, wenn man eine Originalversion spielt. Die etwas modernere Version (die eine andere Musik hat als im Youtube-Video) ändert den Aktienwert nicht mitten im Quartal, sondern immer nach dem jeweiligen Zug.

Was in beiden Versionen jedoch möglich ist, das ist der Turbostart: Einfach ganz viele Aktien verkaufen (müssen noch nicht mal alle sein) und sofort ein 5er-Grundstück kaufen und loslegen. Man kann dann auch leicht ins Minus gehen, falls es dazu kommt, hat aber die Möglichkeit, ein Riesen-Restaurant auf die Beine zu stellen. Wer gegen andere Menschen spielt, muss aber aufpassen, dass er nicht übernommen wird.


Freies Land versus Gebäudegröße




Wie man hier erkennt, sind 82 Energiepunkte und mehr durchaus im Bereich des Möglichen.


In einem Punkt bin ich mir noch unschlüssig. Und zwar darin, wie jeweils "Energiepunkte" verteilt werden. Zur Erläuterung: Sowohl das Firmenimage, die Inneneinrichtung, das Fahrzeug, was man kauft, als auch die archetektonischen Besonderheiten spielen eine Rolle bei der Vergabe von "Energiepunkten". Diese Energiepunkte sind in der aufgeschlüsselten Bilanz des jeweiligen Restaurants ersichtlich und erklären, wer in seiner Stadt der Platzhirsch in Sachen Umweltfreundlichkeit ist.

Mir ist aufgefallen, dass man erstaunliche Punktzahlen erreichen kann. Während die Computer meistens bei 45 bis 61 herumdümpeln, kann ein menschlicher Spieler, der klug nach Begriffen wie "stromsparend" sucht, schnell auf über 80 Punkte kommen. Aber sogar weit über 120 Punkte habe ich schon erlebt!

Wer das Spiel lieber für sich entdecken will, sollte den folgenden Absatz lieber überspringen.

Ich habe herausgefunden, dass das freie Grasland eine beträchtliche Rolle spielt. Ich kaufte einen 5er-Platz, also freies Grundstück mit der Höchstzahl an Feldern, und baute lediglich ein Mini-Restaurant (1 Feld) darauf. Ich baute auch keinen Parkplatz, jedoch gab es Extras in Form von Wärmedämmung, Solardach und Wärmeschutzverglasung. Das Spiel belohnt also tatsächlich das Bewahren unbebauter Flächen.

Als ich die meiner Meinung nach beste Innenausstattung hinzugekauft hatte und die Runde vorbei war, ergab sich plötzlich ein Wert von (ich meine) 121. Das hat mich aus den Socken gehauen. Ich konnte übrigens dieses Ergebnis seitdem nicht mehr replizieren, was wieder einmal beweist, wie komplex das Spiel für Amiga eigentlich doch ist.

Auf der anderen Seite kann man argumentieren, dass ein großes Restaurant einem kleineren überlegen sein sollte, denn dort kann man "mehr" umweltfreundliche Kühlschränke, Tische und Waschmaschinen kaufen, wodurch theoretisch auch "mehr" Energiepunkte entstehen sollten. Ich habe bereits Ergebnisse erzielt, die dies andeuteten, andererseits gab es auch immer wieder kleine Restaurants, die den großen die Energiesparpreise weggeschnappt haben. Also bleibt dies insgesamt ein Rätsel und macht das Spiel spannend.


Von Skinheads und Gasexplosionen




Nachrichten, die keiner gerne liest - wenn Skinheads zuschlagen oder eine Gasexplosion alles zerstört. Nach der Gasexplosion weiß man manchmal gar nicht, welches Restaurant betroffen war, da das Lokal sogar von der Kartenansicht verschwindet.


Es gibt in Energie-Manager mehrere Dinge, die einen ganz schön nerven können. Bei Rauser hat man sich anno 1993 gleich mehrere dieser Gemeinheiten ausgedacht.

Es gibt Ungezieferplagen, Salmonellen, Skinheads und Gasexplosionen. Natürlich gibt es auch positive Dinge. Meine Frau hat mit ihrem asiatischen Restaurant innerhalb eines Spieles vier oder fünf mal im Lotto gewonnen (was mich dazu veranlasst, zu glauben, dass "Asiaten" bei dem Spiel mehr Glück haben als andere Ketten).

Einige der Ereignisse haben mutmaßlich auch etwas mit der Qualität der Mitarbeiter zu tun, zumindest ist meine Frau felsenfest davon überzeugt. Man denke hier an Salmonellen und Ungezieferplagen. In der neuen Version des Spiels gibt es sogar die Veruntreuung von Geld, was natürlich ganz klar auf die Kappe eines Mitarbeiters geht.

Ganz berüchtigt sind allerdings die Skinheads. Sie zerschlagen die komplette Einrichtung des Restaurants, die man danach mühselig wieder einkaufen muss (es gibt keine Versicherung dagegen). Was genau das Ereignis auslöst, ist mir bislang unklar. Es kann sich um ein totales Zufallsereignis handeln, jedoch sehe ich die Skinheads häufig in Großstädten wie Berlin und Düsseldorf, und besonders gerne auch in großen Restaurants. Ich kann mich nicht erinnern, den Skinheads schon einmal in Reutlingen begegnet zu sein (welch ein Zufall - wäre auch ein Wunder, wenn Herr Rauser das seiner Heimatstadt antut).

Die Gasexplosion ist das Allerschlimmste, was passieren kann. In diesem Fall wird ein Restaurant komplett vernichtet, die Einrichtung ist futsch, die Mitarbeiter sind (offenbar) tot oder zumindest abgehauen, und das Einzige, was bleibt, ist das Grundstück. Finanziell ist die Sache verheerend, und es kostet viel Zeit und Mühe, das Gebäude neu aufzubauen.

Besonders makaber ist allerdings, dass die Gasexplosion besonders bei ganz bestimmten Grundstücken beliebt zu sein scheint. Noch schlimmer, wenn Skinheads dann auch oft dort vorkommen. Ich bin inzwischen schon so weit, dass ich bestimmte Grundstücke meide. Am allermeisten meide ich übrigens das Fünfer-Grundstück in Berlin, weil dort sowohl Skinheads als auch Gasexplosionen oft vorkommen. Wäre schön, wenn mal die Skinheads gleich mit verrecken würden, aber so viel Kreativität hatte der Programmierer nicht.

Ich glaube zwar, dass man in Großstädten viel Geld machen kann, weil es dort meiner Meinung nach mehr Besucher gibt (bleibt allerdings von anderen Spielern zu bestätigen, ob das so ist oder ob mich meine Wahrnehmung täuscht), allerdings tut es sehr weh, wenn man sein Restaurant manchmal mehrfach neu aufbauen muss. Manchmal sogar in mehreren Quartalen nacheinander!


Das Image - viel wichtiger, als man denkt



Wie furchtbar es sein kann, wenn das Image nicht gut genug ist, das bekommt man unter anderem dann zu spüren, wenn man zu Beginn des Spiels nichts tut und erstmal versucht, sein Vermögen durch Zinsen zu erhöhen. Wenn man dann anfängt, ein Restaurant zu bauen und dann, noch viel später, einem einfällt, dass man noch nie bei einer Werbeagentur war, dann könnte es bereits zu spät sein.

Das Image von 0 auf wenigstens 20% zu bringen, das ist mühselig. Am besten ist ein Image von 100 Prozent natürlich. Wie ich herausgefunden habe, spielt das Image eine beträchtliche Rolle bei der Punktevergabe. Nicht nur werden Besucher durch Werbung angezogen, auch die Juroren, die Energiesparpreise vergeben, scheinen sich durch Werbekampagnen beeinflussen zu lassen. Ich habe festgestellt, dass manchmal etwa 5 oder 10 Punkte Unterschied erkennbar sind, wenn man vom Image her nur ein bisschen nachlässt.

Ich habe das Thema noch nicht abschließend erforscht, aber mein Erfahrungswert besagt, dass eine ausgeglichene Werbestrategie (15 bis 25 Prozent verteilt auf die einzelnen Medien) am besten ist.

Wer sich nicht genug um sein Image kümmert, läuft nebenbei auch Gefahr, finanziell unterzugehen. Kleine Restaurants bekommen mal ein paar hundert, mal viele tausend Besucher, je nachdem, ob man den Bekanntheitsgrad gepflegt hat. Klingt logisch.

Verrückte Dinge, die man (meistens) nicht tun sollte



Zu guter Letzt noch ein paar Hinweise zu Dingen, die sich im Spiel nicht so richtig lohnen, wobei manche Leute aber auf solch seltsame Ideen kommen.


Alle Grundstücke in einer Stadt kaufen



Alle Grundstücke einer Stadt zu kaufen oder sogar zu bebauen, ist nicht so ratsam. Man gewinnt dadurch das Spiel auch nicht schneller, da es nur einen Energiesparpreis pro Stadt gibt.


Wer das Monopol auf eine Stadt will und keine Konkurrenz fürchten möchte, der könnte auf die Idee kommen, jedes Grundstück einer Stadt zu kaufen (was dann durch Fähnchen gekennzeichnet ist).

Zwar ist dies theoretisch möglich, und es besteht ja kein Zwang, das Gelände zu bebauen, jedoch werden hier immer Kosten fällig, so dass das Grundstück immer irgendwie Geld kostet. Man müsste auch sehr viel Geld haben, um all diese Grundstücke zu kaufen. Dadurch hat man dann kein Geld mehr für die Expansion in andere Städte.

Besser ist, von vornherein ein sehr gutes, umweltbewusstes Restaurant zu bauen, und die Stadt zu wechseln, sobald das Restaurant Profit macht (dafür müssen auch nicht zwingend alle Mitarbeiter angeheuert worden sein).


Mehrere Restaurants in einer Stadt bauen



Wenn in einer Stadt eine Konkurrenzsituation entsteht, kann man sich überlegen, ob man bestehende Gebäude noch umweltfreundlicher macht oder ein weiteres Restaurant ins Rennen schickt.


Besonders die Computerspieler lieben es, einzelne Städte wie Frankfurt zuzupflastern mit zwei, drei oder sogar vier Restaurants, obwohl sie die Hälfte Deutschlands noch nicht einmal gesehen haben. Warum der Computer so handelt, entzieht sich meinem Verständnis. Es gibt lediglich einen Grund, warum ein Mensch so handeln sollte: Wenn er das Gefühl hat, dass er auch durch Reparaturen und Umbauten ein bereits gebautes Restaurant nicht so umweltfreundlich machen kann, wie dies ein Konkurrent in derselben Stadt tut. Dann kann man auch gleich ein neues, eventuell größeres Restaurant bauen, wenn man schon das Geld hat, und obendrein noch etwas mit anderen Einrichtungsgegenständen experimentieren, um auf bessere Ergebnisse zu kommen.

Ansonsten gilt für den klugen Manager: Möglichst viele Städte abdecken, um überall Chancen auf Preise zu haben!


Zu viel Zeit mit Aktien verbringen


Es gibt zwar einige positive Implikationen mit Hinblick auf Aktien, aber jede Runde zur Börse zu rennen, bringt oft nicht viel. Die Computer lassen sich in Hinblick auf Übernahmen nicht austricksen, und bei menschlichen Spielern, die eventuell zu viele Aktien verkauft haben, sollte man auch eher unauffällig und auf einen Schlag handeln, da diese ja wahrscheinlich anwesend sind und zuschauen, was man macht.


Bewertung des Spiels



Diese Simulation ist aus verschiedenster Sicht interessant. Das Spiel hat ordentlich Tiefgang, auch wenn es zeitweise etwas hölzern wirkt. Ich wiederhole gerne das, was ich schon vor Jahren in einigen Rezensionen und Reviews gelesen habe: Es ist natürlich naiv vom Wirtschaftsministerium und vom Entwicklerteam, davon auszugehen, dass Restaurantbesucher ihr volles Augenmerk auf Umweltbewusstsein richten. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Ob ein Besucher es toll findet, dass die Toilette mit Regenwasser spült? Ich weiß es nicht. Ich würde mich zwar freuen, aber wenn man die breite Masse der Menschen ansieht, dann glaube ich nicht, dass die zum Italiener oder Franzosen gehen, weil der die umweltschonendste Waschmaschine hat. Auch, wenn er das groß in der Zeitung erklärt.

Einige der Aspekte von "Energie-Manager" kommen natürlich zu kurz. Mit den Aktien hätte man mehr machen können (siehe das Spiel "Railroads"), besonders in Bezug auf computerisierte Gegenspieler. Und sicherlich hätte man noch einige Spielelemente mit einbeziehen können, schließlich gibt es in Restaurants leckere Sachen zu essen, Zutaten zu besorgen, und davon sieht man in diesem Spiel rein gar nichts.

Dennoch ist das Spiel zu empfehlen, und man muss es natürlich im Zusammenhang sehen. Es ist ein Werbespiel des Staates mit Erziehungscharakter, kostenlos zu bekommen, und soll auch weiter verbreitet werden. Es war schon zu seiner Zeit auf einem hohen Stand und konnte mit anderen Simulationen seiner Art mithalten.

Für folgende Personen ist das Spiel besonders geeignet:

  • Leute, die generell Managerspiele und Simulationen lieben
  • Menschen, die gerne zu zweit, zu dritt, zu viert solche Spiele spielen
  • Nostalgiker, die dieses Spiel von früher kennen oder es entdecken möchten
Dem Spiel eine Bewertung zu geben, fällt mir schwer. Es ist definitiv kein "unendlich"-Spiel, was einen niemals loslassen würde. Man spielt es ein paar Mal, da gehen dann vielleicht auch ein paar Tage drauf, aber dann legt man es auch wieder weg. Wer aber eine Liebe zu dem Spiel entwickelt und eine nostalgische Verbindung zu ihm aufgebaut hat, der wird sicherlich alle paar Monate bis Jahre wieder reinschnuppern wollen.

Ich würde sagen, 4 von 5 Sternen sind sicher okay! Besonders die Musik der Original-Version (siehe Youtube-Video) ist sehr schön und beruhigend.


Wo bekomme ich das Spiel, wie kann ich es spielen?



Es gibt mehrere Möglichkeiten. Wer einen alten Amiga hat, kann dort vielleicht eine Version finden. Ansonsten kann man das Spiel aber auch leicht für PC bekommen. Die "neue" Version des Spiels findet sich hier: Flashgames (Download)
Für die Original-Version kann man einen Emulator benutzen, das Spiel kriegt man dann zum Beispiel hier: Doperoms.

Es gibt diverse Möglichkeiten, Energie-Manager zu spielen, ich habe es beim PC mit DosBox zum Laufen gebracht.

Das Spiel ist sogar auf Nintendo Wii (mit Internet) spielbar. Hierzu braucht man die gerade genannte ROM-Version. Man muss für Nintendo Wii den Homebrew-Kanal downloaden und den Amiga-Emulator (UAE) installieren (eine SD-Karte fungiert als Spiele-Disk). Damit dieser läuft, ist eine bestimmte Datei erforderlich, die auch als fehlend angezeigt wird. Man sucht dann im Internet danach und wird auch fündig, wenn man lange genug sucht (auch, wenn unterschiedliche Seiten darauf hinweisen, dass legal ein Kauf nötig ist). Ich halte mich da raus und sage nur, dass ich das Spiel definitiv auf Wii zum Laufen gebracht habe. Eventuell ist aber auch hier die DosBox möglich.

Falls es unter den Lesern einige gibt, die mit Liebe an das Spiel zurückdenken, würde ich mich über einen Kommentar freuen. Wer sich durch diesen Artikel dazu entschlossen hat, das Spiel zu spielen, auch den lade ich herzlich dazu ein, mir eine Nachricht zu hinterlassen. Viel Spaß beim Spielen!

Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Commerzbank ist sch...

Tut mir leid, es so sagen zu müssen, aber die Faktorzertifikate ärgern mich manchmal.

Heute hat die Deutsche Bank um 7:00 Uhr einen heftigen Gewinnrückgang vermeldet.

Ich wusste daher, dass ich ab 8:00 Uhr (früher geht es noch nicht) Faktorzertifikate kaufen könnte, die einen negativen Kursverlauf ausnutzen könnten.

Ich saß gespannt vor meinem Bildschirm. Um 8:00 Uhr ist die Akte mit 2,94% im Minus. Meine Chance! Ich klicke und klicke wie ein Idiot, aber die Commerzbank will den Kurs nicht bestätigen. Als ich endlich um 8:03 Uhr zum Zug komme, ist die Aktie wieder bei Minus 3,77%. Das bedeutet, dass mir die Commerzbank bei diesem Faktor-5-Zertifikat einen Gewinn von locker 3-4 Prozent (Spread schon mit eingerechnet) verweigert hat. Einfach nur deshalb, weil sie anscheinend die hohe Anfrage nicht decken kann.

Ein rein technisches Problem. Wenn dem nicht so wäre, müsste die Fehlermeldung anders lauten als "Ihr Kurs konnte vom Emittenten nicht bestätigt werden".

Es ärgert mich, denn 3 volle Minuten sind in der Börsenwelt eine Ewigkeit. Ich hatte den richtigen Riecher und könnte mich jetzt zurücklehnen, stattdessen muss ich hoffen, dass der Markt mir noch ein paar Prozentpunkte draufdrückt, damit ich kein Minus mache.

Es ist eine Schande. Da sitzt man morgens am PC, hat seine Hausaufgaben gemacht und will im Rahmen der Regeln handeln. Wenn dann diese Regeln nicht eingehalten werden, nervt das ungemein. Und da kein anderer Emittent diese Faktorzertifikate ausgibt, muss ich weiterhin die unzuverlässigen Zertifikate der Commerzbank kaufen. Vielen Dank auch!

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Erfolg und Misserfolg

Im August habe ich zwischenzeitig 1600 Euro Gewinn gemacht. Davon ging dann aber wieder einiges weg, weil ich Fehler machte. Trotzdem recht erstaunlich, was man mit nicht einmal 5000 Euro Kapital alles erreichen kann.

Mein Erfolgsrezept waren, wie so oft, die Faktorzertifikate. Einmal setzte ich auf die Commerzbank und erwirtschaftete an einem einzigen Tag 850 Euro. Das ist wirklich heftig. Es hätte sogar noch mehr sein können.

Trotzdem muss man aufpassen. Oft geht ja auch was schief, wenn man zu übermütig wird.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Die gute, alte Commerzbank

Man kann sie hassen, man kann sie lieben: Die Commerzbank.
Ohne die Commerzbank könnte ich meine Strategie nicht umsetzen: Prozentuale Gewinne durch Faktorzertifikate zu vervielfachen.

Und seit einiger Zeit bietet die Commerzbank gigantisch gute 5-fach-Zertifikate. Der absolute Hammer. Wenn ich also an einer guten Bewegung innerhalb eines Tages (sagen wir 3 Prozent) nur zu einem Prozent teilhabe, kann ich 5 Prozent Gewinn machen (man berücksichtige lediglich Gebühren und Spread).

Andererseits ist mir leider aufgefallen, dass die Commerzbank offenbar nicht so ganz zuverlässig ist. Manchmal will ich handeln, und mit meinem SBroker stimmt auch alles, doch dann plötzlich steht da so etwas wie "Der Kurs konnte vom Emittenten nicht bestätigt werden". In diesem Augenblick stehe ich ziemlich doof da. Beispielsweise an Tagen, wo morgens eine Gewinnwarnung ausgegeben wird und ich den kommenden 10-Prozent-Rutsch mit Faktor 5 gerne verfolgen möchte (das heißt konkret: Die Hälfte des gesamten Vermögens kann an einem einzelnen Tag dazu kommen!).

In anderen Situationen habe ich einen guten Deal gemacht, und es ist kurz vor 9 Uhr, also kommt gleich die Volatilität des Xetra-Handels dazu. Ich denk über einen Verkauf nach, aber halt... mein gerade noch gekauftes Zertifikat werde ich nicht los, weil irgendein Commerzbank-Server nicht funktioniert oder sonst irgendein Problem im Weg steht. Aua!

Heute ist es mir passiert, und gestern auch. Zum Glück ging das ganze noch gut für mich aus. Gestern verlor ich knapp hundert Euro, heute Gewann ich circa 300 Euro.

Ich hoffe nur auf zwei Dinge: Dass die Commerzbank ihre Zertifikate gewissenhaft verwaltet und ausbaut, und dass die Commerzbank niemals komplett pleite geht, damit sie ihre Zertifikate weiter uns dankenden Händlern anbieten kann.

Freitag, 7. Dezember 2012

Die Dummheit der Medien

Ich habe mich vor einiger Zeit bereits über Analysten beschwert, weil diese Menschen immer nur eine einzelne Aktie analysieren, aber den Gesamtmarkt komplett ignorieren.

Im Moment könnte ich Gift und Galle spucken, dieses Mal gilt meine Wut dem Fernsehen.

Heute Morgen war ich kurz davor, bei der Deutschen Telekom short zu gehen, also auf fallende Kurse zu setzen. Es hätte sich gelohnt. Stattdessen wurde ich aber von N-TV "überredet", lieber in den ach so toll steigenden DAX einzusteigen. Die Meinung der Reporterin vor Ort an der Frankfurter Börse:"Der DAX dürfte heute weiter steigen".

Natürlich kann man solche Aussagen nicht als Garantie werten, und ich weiß das. Gleichzeitig denke ich mir: Solche Reporter, die direkt am Parkett sind, kennen die Börse besser als ich und können die Stimmung besser bewerten. Also habe ich dieses "dürfte" als leichten Optimismus gedeutet, der zwar nicht auf ein Plus von einem Prozent, jedoch mindestens auf ein leichtes Plus hindeuten sollte. Auch im Internet wurde über ungebremsten Optimismus geredet.

Ich habe dabei bereits mit einberechnet, dass sich der DAX vermutlich etwas "ausruhen" würde und nur etwas steigen würde, also zum Beispiel um 0,3 Prozent.

Einen Fehler habe ich dabei jedoch gemacht: Die Dame von N-TV hatte offenbar diese notwendige Erholung des DAX nicht in ihre Überlegungen eingebaut, sonst wäre sie mit ihrer Aussage vorsichtiger gewesen.

Wie sich später herausstellte, ist der DAX nicht mal stagniert, sondern durchaus ins Minus gegangen... 0,1%, 0,2%, 0,3% und dann 0,4%. Es wird heute wahrscheinlich so weiter gehen.

Worüber ich mich am meisten ärgere: Während die Reporterin kurz nach 9 Uhr mit zerknirschtem Gesicht noch berichtete, dass ihre Einschätzung "so nicht eingetroffen sei", verleugnete deren Kollegin Stunden später den Fehler komplett und äußerte sich mit den Worten:"Der DAX ist seit Anfang des Jahres um 27 Prozent gestiegen und benötigt eine Erholungspause. WEN WUNDERT'S?".

Ja genau. Wen wundert es. Genau das hasse ich bei den Medien. Irgendetwas passiert, und das wird am Ende logisch aufgeschlüsselt und als selbstverständlich erklärt. Nach dem Motto:"Wussten wir ja, wir sind ja die schlauen Leute von N-TV". Aber in den meisten Fällen scheißen sich diese Leute vorher in die Hose, mal konkret zu sagen, was Sache ist. Einfach genau deswegen, weil sie eben DOCH keine Ahnung haben, was passieren wird.

Man kann manche Nachrichten so oder so interpretieren. Die Leute im Fernsehen stellen das Ganze im Nachhinein immer als leicht durchschaubar dar, was es aber nie gewesen ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass N-TV in einem Punkt Recht behält:"Dann geht die Jahresendrallye eben nächste Woche weiter". Ja... und wenn dann schlechte Nachrichten kommen, ist es ja logisch, dass der DAX sich davon dann auch wieder erholen muss, stimmt's?

Fazit: Bloß nicht auf die tollen Experten hören, denn die wissen nicht, was passieren wird. Und genau das macht die Börse aus. Man darf sich nicht von der gespielten Sicherheit, die im NACHHINEIN demonstriert wird, blenden lassen.